Apfeltag ist ein Familienereignis

Apfeltag ist ein Familienereignis

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Bild: Jung und Alt auf der Streuobstwiese im Kloster Drübeck vereint. Rund 50 Freiwillige, darunter zahlreiche Kinder, haben am Apfeltag bei der Obsternte fleißig geholfen.

Mehr als 50 Freiwillige helfen bei traditioneller Ernte auf den Streuobstwiesen im Kloster Drübeck

Auf dem zehnten Apfeltag im Kloster Drübeck halfen mehr als 50 Freiwillige bei der Ernte. Zirka 3000 Liter Most wurden aus rund 3800 Kilogramm Äpfeln gepresst. Zusätzlich konnten Apfelsorten pomologisch bestimmt werden.

Von Uljana Klein und Niklas Fuhrmann Drübeck

Trotz unbeständigem Wetter war der diesjährige Apfeltag im Drübecker Kloster ein Erfolg.

Zu der zehnten Veranstaltung dieser Art waren schätzungsweise 50 Helfer gekommen. Von der Apfelernte auf den Streuobstwiesen hinter dem Klosterareal bis hin zum Transport der Früchte und flankierender Arbeiten bei der Mostherstellung gab es allerhand zu erledigen.

„Es kommen alljährlich aus der Umgebung viele Menschen zu unserer Apfelernte“, so Renate Eitz vom Evangelischen Zentrum Kloster Drübeck auf Volksstimme-Nachfrage. Zudem nutzten zahlreiche Familien die Möglichkeit, das Obst aus dem heimischen Garten pressen zu lassen. Renate Eitz: „Das ist eine passende Gelegenheit, etwas Gutes mit seinem Obst zu tun.“

Der zwölfjährige Kevin Köllner aus Ilsenburg half bei der Apfelernte im Drübecker Kloster tüchtig mit.
Der zwölfjährige Kevin Köllner aus Ilsenburg half bei der Apfelernte im Drübecker Kloster tüchtig mit.

Zudem wurde ein besonderer Service angeboten: Bei einer Pomologin konnten mit fünf mitgebrachten Äpfeln die Apfelsorten bestimmt werden. Die Hobbymoster vom VHS-Bildungswerk Blankenburg waren mit der mobilen Saftpresse angereist. „Es ist schon eine Tradition, dass wir zum Apfeltag nach Drübeck kommen“, betonte VHS-Bildungswerk- Mitarbeiter Detlef Schmelz. Die Presse werde sonst vor allem für das gemeinnützig angelegte Schulobstprogramm genutzt.

„Die Apfelernte im Kloster Drübeck ist für uns ein Familienereignis. Zudem bietet der Tag immer wieder eine gute Möglichkeit, um sich auch körperlich zu betätigen“, sagte der Ilsenburger Christian Noack. Er half mit der gesamten Familie bei der Obstlese. Auch bei Kevin Köllner war die komplette Familie begeistert bei der Apfelernte dabei. „Wir packen alle mit an“, so der zwölf Jahre alte Junge. Und sein elfjähriger Bruder Sebastian bestätigte: „Ich mache mit, weil es Spaß macht.“

Zudem waren sich die Geschwister einig, dass ihnen die Apfelernte detaillierte Einblicke in die Saftherstellung ermögliche und sie auch für den Einkauf im Supermarkt einen neuen Blick auf die Kartons voller Saft gewonnen haben.

Die erst vier Jahre alte Isabella Kaye hatte ebenfalls ihre Freude auf dem Drübecker Apfeltag. „Ich habe Äpfel aufgesammelt“, berichtete das Mädchen. Zum Schauen und Kosten waren Benno und Gisela Zadlovski aus Goslar angereist. „Wir sind angenehm überrascht von dem Aktionstag und freuen uns dabei zu sein“, so die Eheleute.

Sabine Fortak vom Pomologen-Verein bestimmte als Extra-Schmankerl auf dem Drübecker Apfeltag diverse Apfelsorten. Etliche Interessierte nutzten den speziellen Service, um sich die Sorte des Apfelbaumes im eigenen Garten bestimmen zu lassen. Dafür mussten fünf Äpfel mitgebracht werden.

Anhand ihres Erfahrungswissens und in Verbindung mit Fachliteratur sowie konkreter Merkmale an den Früchten konnte Sabine Fortak dann die jeweilige Sorte benennen. Seit Ende der 1980er Jahre beschäftigt sich die Frau, die von Hause aus Bildhauerin ist, mit der Apfelsortenbestimmung. In den Nachwendejahren wurde dafür eigens ein deutschlandweit tätiger Verein gegründet. „In den ostdeutschen Bundesländern ist weitaus mehr Fachwissen über die Herkunft der Äpfel und der Apfelsorten vorhanden – das ist bis heute so“, erzählte die Königslutteranerin im Gespräch mit der Volksstimme. Die Pomologen bringen laut Sabine Fortak das Fachwissen rund um die Äpfel mit und tragen ihre Erfahrung in einer pomologischen Kommission und auf Treffen zusammen.

„Ein Teil des frisch gepressten Apfelsaftes kann im Drübecker Klosterladen käuflich erworben werden“, sagte Renate Eitz. Und: Nach dem Apfeltag ist vor dem Apfeltag – auch im kommenden Jahr werde es erneut die besondere Apfelernte im Kloster Drübeck geben, so Renate Eitz mit Blick auf den Herbst 2017.

Apfeltag 2016 im Kloster Drübeck Harz

Die Pomologin Sabine Fortak hat Apfelsorten bestimmt – zahlreiche Menschen waren kamen teilweise von weither angereist, um Erkenntnisse über ihre Äpfel aus dem Garten zu bekommen.

Babette Simon war an der Presse für das Abfüllen des Apfelsaftes verantwortlich.

Der Prozess der Saftherstellung unter Federführung des VHS Bildungswerkes Blankenburg wird gestartet: Zunächst werden die Äpfel gewaschen, im Anschluss zerkleinert und dann ausgepresst.


Quelle: Harzer Volksstimme 11. Oktober 2016

Fotos (5): Uljana Klein

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