Ein Virus mit Namen Musik

Ein Virus mit Namen Musik

Eingetragen bei: Presseschau | 0

Der Kloster-Gospelchor aus Drübeck zählt jetzt schon 30 Mitglieder

Der Drübecker Kloster- Gospelchor besteht seit fast zwei Jahren. In dieser Zeit hat er sich vom musikalischen Experiment zu einer festen Größe gemausert und aktuell knapp 30 Mitglieder. Am Sonntag trat das Ensemble in Heudeber auf.

Von Jörg Niemann Heudeber/Drübeck

Mit der Übernahme der Amtsgeschäfte des Leiters des Pastoralkollegs im Evangelischen Zentrum Kloster Drübeck durch Pfarrer Michael Bornschein hat auch ein neues Stück Kultur im Kloster Fuß gefasst.

Nachdem sich der Thüringer in seine eigentliche Arbeit als Rektor eingefuchst hatte, verbreitete er eine Art Virus im Kloster – das Virus der Gospel- Musik. Und das erwies sich als hochgradig ansteckend.

Zunächst verbreitete es sich unter den Angestellten des Drübecker Klosters. Dann schwappte es auf Freunde des Klosters und die örtliche evangelische Gemeinde über. Nach etwa einem Jahr waren es 15 Sängerinnen und Sänger, jetzt sind es fast 30.

Michael Bornschein, der nicht nur den Chor musikalisch leitet, sondern auch mit Klavier oder Gitarre begleitet, hat sich vor allem dem afrikanischen Gospelgesang verschrieben. Das stellte seine Gesangsmannschaft vor nicht gerade einfache Aufgaben, denn nicht nur die Musik verkörpert viele afrikanische Wurzeln, auch die Texte werden in Originalsprache gesungen. Da hieß es für die Sängerinnen und Sängern gleich doppelt viel Text pauken, denn mit afrikanischen Sprachen hatte so gut wie noch keiner zuvor Kontakt.

Aber alle bissen sich durch und so wurde vor etwa einem Jahr das erste Konzert gegeben. Es war ein Heimspiel in der Klosterkirche St. Vitus, und es war auch nicht nur ein zweistündiges Konzert. Es war vielmehr eine Standortbestimmung. Die Resonanz des Publikums weckte auf beiden Seiten die Lust auf Mehr.

Seitdem haben sich die Mitglieder ebenso wie die Lieder im Repertoire des Ensembles in etwa verdoppelt. Davon überzeugten sich am vergangenen Sonntag auch die Besucher eines Konzerts in der Stephani- Kirche zu Heudeber. Das Gotteshaus war mit geschätzten 100 Besuchern fast voll besetzt und der Applaus am Ende des gut einstündigen Konzertes riesig.

Die Drübecker sind dabei, sich auch außerhalb des eigenen Ortes eine Menge Freunde zuschauen und sich eine Fangemeinde aufzubauen. Das auf Gospelsongs spezialisierte Programm trägt dazu bei, dass der Klosterchor in eine musikalische „Marktlücke“ stieß ist, die nur von wenigen Ensembles der Region besetzt ist.


Quelle: Volksstimme, 3. November 2016
Fotos: Jörg Niemann

Hinterlasse einen Kommentar