Unesco prüft Geopark im Harz

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Internationales Komitee ist eine Woche lang in der Region unterwegs

Bei vielen Anwohnern unbekannt, bei Touristen beliebt: Standorte des Geoparks im Harz. Botschafter prüfen den Park auf internationale Kriterien und erleben dabei eine schöne Region.

 

Unesco prüft Geopark im Harz
Unesco prüft Geopark im Harz Internationales Komitee ist eine Woche lang in der Region unterwegs Bei vielen Anwohnern unbekannt, bei Touristen beliebt: Standorte des Geoparks im Harz. Botschafter prüfen den Park auf internationale Kriterien und erleben dabei eine schöne Region.

 

Von Regine Glaß
Halberstadt ● An einer unscheinbaren Stelle im Wald in der Gemeinde Huy, auf dem Herrenberg, 300 Meter östlich von Wilhelmshall, steht eine beeindruckende Steinwand.

Tana und John Galloway sehen sie sich interessiert um, beobachten. Hin und wieder schießt Tana ein Foto mit ihrem Mobiltelefon. Tana, die mit Vor- und Nachnamen so heißt, ist Chinesin. Sie kommt aus der Inneren Mongolei. John Galloway ist Ire. Als Teil eines Komitees, das alle vier Jahre überprüft, ob der Geopark Harz-Braunschweiger Land- Ostfalen die Standards der Vereinten Nationen einhält, sind sie unterwegs.

Die Besichtigung der Wand aus sogenannten Stromatolithen (siehe Infokasten), ist die vorletzte Station einer einwöchigen Visite in der Region. Zuvor besuchten sie unter anderem den Geologischen Wanderweg in Blankenburg, die Geopark-Stelen in Heimburg und das Kloster Drübeck. Um den Unesco-Standards zu entsprechen, muss ein Geopark vor allem drei Ziele zu erreichen: Den Schutz des geologischen Werkes, die Förderung der Regionalentwicklung und die Umweltbildung. Den Stromatolithen im Geopark im Harz kommt eine besondere Bedeutung zu: Durch die Entdeckung der Steine vor etwa 100 Jahren in der Region wurde der Begriff erst erfunden.

Es sei die Aufgabe des Geoparks, den Menschen in der Region zu vermitteln, was es in der näheren Umgebung für Schätze im Erdreich gibt. Isabel Reuter, Sprecherin des Trägers Regionalverband Harz, sagt, dass Geoparks immer auch die Menschen einbeziehen würden. Diese haben nicht nur Einfluss auf die Umwelt, sondern ihr Leben werde auch von ihr geprägt. Genau das mache Gemeinschaften ja aus.

Auf die Frage, was ihm im Harz besonders gefallen habe, antwortet Galloway prompt: „Die Leute.“ Tana sagt, dass sie im Austausch mit den Menschen hier sehr viel über das Geopark-Konzept gelernt habe. Es habe ihr in der Region sehr gut gefallen. Ein kleiner Kritikpunkt: Gern würde sie mehr auf Englisch lesen. Das kann Galloway bestätigen. Weil der Austausch mit anderen Menschen und die Völkerverständigung eine wichtige Rolle spielten, werden für die Überprüfung bewusst Gäste aus anderen Teilen der Welt eingeladen, sagt Klaus George. Der Regionalverbandschef: „Wenn Tana sagt, dass sie an der Region vor allem die Leute bemerkenswert fand, dann ist das für uns ein Erfolg des Erfahrungsaustauschs.“ Auch der Austausch im Harz über die ehemaligen Ost-West-Grenzen hinweg laufe gut.

Jedoch sollten auch die Anwohner vor Ort nicht vergessen werden. Der ebenfalls zu der Gruppe gehörende Geologe Henning Zellmer sagt, dass Touristen vorbereitet kämen, Menschen aus der Region aber noch wenig wüssten. Deshalb würden unter anderem Broschüren an bekannteren touristischen Orten ausgelegt.

An anderen Stellen verfolge der Geopark, um das Vermitteln der Umwelt im Harz zu gewährleisten, ein anderes Prinzip. Dort baue man darauf, dass Parkende das dort angebrachte Hinweisschild zum Muschel- kalk (siehe Info-Kasten) lesen.

Die endgültige Entscheidung, ob der Geopark den Standards entspricht, wird erst im April 2018 durch die Geschäftsleitung der Unesco fallen. George ist jedoch zuversichtlich, erneut eine grüne Karte für das Erfüllen der Kriterien zu erhalten.

 


Quelle: Harzer Volksstimme, 7. Juli 2017
Fotos (2) Regine Glaß, (1), Isabel Reuter


 

Beispiel für Geopark-Stationen

Stromatolithen

Stromatolithen heißt übersetzt so etwas wie Steinlager, abgeleitet von den griechischen Wörtern stroma, das Decke oder Lager bedeuten kann und lithos, was auf Deutsch mit „Stein“ zu übersetzen ist.
Vor etwa 240 Millionen Jahren war das Gebiet von einem kalkübersättigten Meer bedeckt. Der Kalk setzten sich an Sandkörnchen ab. Es bildetetn sich sogenannte Ooide.
Wurden diese zu schwer, lagerten sie sich auf dem Meeresboden ab. Es entstand Rogenstein. Im Meer lebten Cyanobakterien, die es schon vor 3,5 Milliarden Jahren gab und die den Sauerstoff freisetzten, der das heutige Leben auf der Erde erst ermöglichte.
Sie lebten in Kolonien am Meeresboden und bildeten nach ihrem Tod eine verhärtete Schicht auf der sich die nächste Kolonie ansiedelte.
So entstanden die Stromatolithe mit der charakteristischen konvexen Wölbung nach oben. Im Huy sind sie durch ein Schutzdach geschützt.

Am Windberg

An diesem Parkplatz an der
B 79 weist ein Hinweisschild auf den 240 Millionen Jahre alten Muschelkalk hin.
Beim Straßenbau an dieser Stelle wurden in diesem Gebiet die geologischen Besonderheiten entdeckt.
Darunter liegen zahlreiche Fossilien aus der Zeit des Erdmittelalters.

Quelle: Broschüre und Hinweisschilder Geopark Harz


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