Der singende Pfarrer aus Drübeck

Eingetragen bei: Presseschau | 0

Michael Bornschein leitet in Drübeck das Pastoralkolleg und einen Gospelchor

Pfarrer Michael Bornschein bei einem Soloaufritt zur Eröffnung der Sommersaison im Kloster Drübeck. Aber auch in Gesangsformationen ist er zu finden, zumeist in solchen, die er mit gegründet hat. Foto: Jörg Niemann
Pfarrer Michael Bornschein bei einem Soloaufritt zur Eröffnung der Sommersaison im Kloster Drübeck. Aber auch in Gesangsformationen ist er zu finden, zumeist in solchen, die er mit gegründet hat. Foto: Jörg Niemann

Das Singen gehört zum Berufsbild eines Pfarrers. Dem Leiter des Drübecker Pastoralkollegs, Michael Bornschein, ist es in die Wiege gelegt worden. Seit frühester Kindheit sind Musik und vor allem Gesang zu Begleitern seines Lebens geworden.

Von Jörg Niemann
Drübeck ● Wenn vom Drübecker Klostergospelchor die Rede ist, dann wird dessen Gründer und musikalischer Leiter Michael Bornschein zumeist in einem Atemzug genannt. Der gebürtige Thüringer leitet hauptberuflich am Evangelischen Zentrum Kloster Drübeck das Pastoralkolleg. Darüber hinaus hat er vor etwa drei Jahren den Gospelchor ins Leben gerufen. Anfangs hatte er etwas mehr als zehn Mitstreiter, die meisten von ihnen Mitarbeiter oder Freunde des Klosters.

Gospelchor zählt schon um die 50 Mitglieder

Drei Jahre später vereint der Chor etwa 50 Stimmen und dies sind nicht nur Gläubige. „Wir stehen zu unseren christlichen Wurzeln und jede Probe endet mit einem Gebet. Es ist aber jedem selbst überlassen, daran teilzunehmen oder darauf zu verzichten“, sagt der Chorleiter, der übrigens freimütig zugibt, keinerlei Ausbildung in Sachen Chorleitung zu haben.

„Das ich mit Leidenschaft singe, daraus habe ich nie einen Hehl gemacht. Schon zu meiner Zeit als Pfarrer gründete ich in Menteroda bei Mühlhausen einen Jugendchor und leitete ihn 14 Jahre lang. Dann wurde ich Superintendent in Nordhausen und rief dort erstmals einen Gospelchor ins Leben.“ Schließlich berief ihn die Kirche nach Drübeck. Er übernahm zum 1. Mai 2014 das Pastoralkolleg und musste sich erst einmal in die neue Aufgabe einarbeiten. Aber es dauerte nur ein Jahr, bis Bornschein schon wieder neue musikalische Pläne schmiedete. Ihn störte, dass in der Klosterkirche unmusikalische Gottesdienste überwogen. Hauptgrund dafür war das Nichtvorhandensein einer Orgel in St. Vitus. Also tat er etwas, was er nie gelernt hat, aber offensichtlich sehr erfolgreich umsetzen kann – er gründete einen neuen Gospelchor.

Auf viele Proben folgten erste kleinere Auftritte während diverser Gottesdienste und schließlich zu Pfingsten 2015 das erste eigene Konzert. Etwa eine Stunde dauerte dies und wurde ein Heimspiel. Gesungen wurde in der Drübecker Klosterkirche St. Vitus.

Inzwischen haben die Drübecker Sängerinnen und Sänger erste Konzerte außerhalb der sachsen-anhaltischen Landesgrenzen gegeben. Viel Applaus ist ihnen stets garantiert, denn es klingt wirklich gut, was das Ensemble auf die Bühne und in die Ohren der Zuhörer bringt. „Da wir viel afrikanische Gospel im Programm haben, unterschieden wir uns auch im Repertoire von anderen Ensembles. Die Besucher unserer Konzerte wissen dies zu würdigen“, sagt Bornschein.

Ein wichtiges Datum steht für ihn und seine singende Truppe am Sonntag, 24. Juni, ab 19.30 Uhr auf dem Kalender. Aus Anlass des Johannistages lädt der Chor zu seinem Sommerkonzert in die Klosterkirche ein und feiert damit auch seinen dritten Geburtstag. Nach dem Konzert soll gegrillt werden und der Eintritt – nicht aber die Grillwürste - ist frei. Um Spenden für das Kloster und die Chorarbeit wird nach dem Auftritt allerdings gebeten.

Auch mit Studienkollegen als Quartett aktiv

Ein weiteres musikalisches Hobby hat sich der 56-jährige Michael Bornschein seit seiner Studienzeit bewahrt. Damals gründete er mit Freunden ein Quartett, das heute noch besteht, wenngleich nicht jeder Kommilitone im Dienst der Kirche geblieben ist. „Drei Pfarrer und ein Arzt“ heißt die Formation, die, sofern es die Freizeit erlaubt, weiter Konzerte gibt. „Wir sehen uns nicht als Komödianten, aber in diesem Programm überwiegt der Spaß und auch der Wortwitz kommt nicht zu kurz. Wir leben mit diesem Programm die Vielfalt, mit der man sich musikalisch ausdrücken kann“, sagt Bornschein, der auch mit dieser Formation sicher bald wieder in der Region zu sehen und zu hören sein wird. Jetzt gilt die gesamte Konzentration in der Freizeit dem großen Auftritt des Gospelchors.

Quelle: Volksstimme, 15. Juni 2018

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.