Fotograf fängt die Schönheit der verwackelten Bilder ein

Ulf Jasper aus Peine zeigt im Eva-Hessler Haus des Klosters Drübeck Bilder, die über die Grenzen des Gewöhnlichen hinausgehen

Ulf Jasper aus Peine zeigt im Eva-Hessler Haus des Klosters Drübeck Bilder, die über die Grenzen des Gewöhnlichen hinausgehen - Fotos: Julia Bruns
Ulf Jasper aus Peine zeigt im Eva-Hessler Haus des Klosters Drübeck Bilder, die über die Grenzen des Gewöhnlichen hinausgehen – Fotos: Julia Bruns
Ulf Jasper aus Peine zeigt im Eva-Hessler Haus des Klosters Drübeck Bilder, die über die Grenzen des Gewöhnlichen hinausgehen - Fotos: Julia Bruns
Ulf Jasper aus Peine zeigt im Eva-Hessler Haus des Klosters Drübeck Bilder, die über die Grenzen des Gewöhnlichen hinausgehen – Fotos: Julia Bruns

 

 

Von Julia Bruns Drübeck

„Ich fange da an zu fotografieren, wo andere aufhören“, sagt Ulf Jasmer. Der Niedersache stellt einige seine Fotografien ab sofort unter dem Titel „In Bewegung“ im Eva-Hessler Haus des Klosters Drübeck aus. Es sind Fotos, dazu anregen, genauer hinzuschauen. Da ist die Klosterkirche, die verwischt ist in der Bewegung. Da sind lange blaue Linien vor schwarzem Grund. „Es sind die Lehnen der Kirchenbänke, auf die das Licht gefallen ist“, erklärt er.

Eine ganze Serie ist einem Kratzer in einer Wand gewidmet, der von verschiednen Lichtreflexen angestrahlt wird. „Das war bei einer Party, der DJ hatte eine Lichtanlage dabei, die ständig die Farben wechselte“, sagte der 54-Jährige, der aus Peine kommt. Er hat den Blick für Dolche Motive, an den die meisten Menschen vorüber ziehen.

Jasmer defokussiert bewusst – also fotografiert so, dass die Fotos am Ende unscharf sind. Das trifft nicht jedermanns Geschmack. Soll es vielleicht auch garnicht. „Ich spiele gerne mit den Grenzen des Ungewöhnlichen“, sagt er. Die Besucher stehen vor einigen Motiven und rätseln, wie sie wohl technisch zustande kamen. „Haben Sie die Belichtungszeit verlängert?“, will jedermann wissen. „Alles verrate ich heute nicht“, sagt Jasmer und lacht. Ihm gefällt es, wenn seine Bilder die Neugierde der Betrachter wecken.

40 Kunstinteressierte sind am Sonntag zur Vernissage in den Galeriebereich gekommen. Jasmer, dessen Vater gelernter Fotokaufmann war, erläuterte geduldig die Geschichten, die hinter den Bildern und den Motiven stecken. Der Wasserfall, der in Schottland aufgenommen wurde, Die Gedächtniskirche in Berlin, den Fernsehturm. Und eben auch die Klosterkirche St. Vitus.

„Ganz bewusst habe ich auch das Kloster mit eingebunden“, sagte Ulf Jasmer. „Der Bezug zum Ort ist mir wichtig.“ Das Kloster Drübeck sei ein Ort mit einer besonderen Lichtstimmung, sagt er. Als er zur Besichtigung der Räume nach Drübeck im vergangenen Oktober angereist war, sei er sofort von diesem Ort eingenommen gewesen. „Er hat mich inspiriert, ich habe gleich ein paar Fotos gemacht“, sagte er. Diese sind in der Ausstellung zu sehen.

Er liebe es zu experimentieren, mit der Kamera zu spielen, Lichtstimmungen einzufangen. Von nachträglicher Bildbearbeitung hält er dagegen wenig. Wichtig sind ihm Authentizität und Transparenz. Bei einigen Bildern sind QR-Codes angebracht. Besucher können sich so intensiver über die Fotos informieren. „Mein Ziel sind Bilder, die mich Künstlerich inspirieren“, sagt der Ingenieur, der sich dagegen wehrt, als freischaffender Künstler bezeichnet zu werden.  Er sei schlicht ein Autodidakt, schreibt er auf seiner Webseite. Dabei hat er bereits an einer Reihe von Ausstellungen mit seinen Bildern teilgenommen.

Etwas Ungewöhnliches – das versuche der Verein der Freunde und Förderer des Klosters Drübeck regelmäßig zu präsentieren, sag Sidney Gromnica, der Vorsitzende des Vereins, in seiner Rede. Die Schau zeige, „Spuren von Bewegung“, so Gromnica. „Muster, die durch Bewegung hervorgerufen und mit und durch Licht aufgezeichnet wurden. Also Lichtzeichnungen.“

Die Ausstellung ist noch bis zum 3. Juni im Eva-Hessler-Haus zu sehen.


Quelle: Harzer Volksstimme, 19. April 2018
Fotos: Julia Bruns

 

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